Multisensorik

Der Bedarf hochintegrierter, zumeist kunden- oder anwendungsspezifischer Sensorik zur Erfassung verschiedener physikalischer Größen an einer Messstelle steigt deutlich. STW nutzt moderne, robuste Prozesse der Dünnschicht-, Aufbau- und Verbindungstechnik und bietet auf dieser Basis Entwicklung und Produktion von Multisensor-Komponenten angepasst an die Einbausituation oder direkt auf Kundenbauteilen.

Der Begriff „Multisensorik“ hat seine Heimat in der Biologie und im Marketing: Es ist die gleichzeitige Sinneswahrnehmung durch Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten und Fühlen. Übertragen auf die Messtechnik bedeutet Multisensorik, dass mehrere physikalische Messgrößen gleichzeitig und bevorzugt mit einer Messeinrichtung erfasst werden. Eine noch engere Auslegung des Begriffes wird hier vorgestellt: Ein einziges Messelement misst mindestens zwei physikalische Größen am gleichen Ort. Gängigstes Beispiel sind Dünnschicht-Messelemente, die neben dem Druck auch die Temperatur des Mediums in eine elektrische Größe wandeln.

STW als Messtechnik-Spezialist bietet zukünftig „maßgeschneiderte“ Dünnschicht-Sensoren als weiteren Entwicklungsschwerpunkt an: Der Kunde nennt die physikalischen Größen, die zu messen sind - und STW projektiert diesen Wunsch von der Machbarkeitsstudie bis hin zur Serienfertigung.

Dünnschichten reagieren sehr empfindlich auf Temperatur, mechanische Belastung, Verformung, Licht, chemische Substanzen - und auch auf die Veränderung der Schichtstärke durch Abtragung.

Gerade letztgenannte Eigenschaft findet derzeit besondere Beachtung: Kritische Bereiche an mechanischen Bauteilen (z.B. die Kanten von Turbinenrädern) können mit Dünnschichten versehen werden. Durch mechanische Abnutzung verringert sich der Querschnitt der Schichten – es entsteht eine Widerstandsänderung, die wiederrum elektrisch erfasst werden kann. Dass mit den gleichen Schichten auch die Materialdehnung und damit die Belastung gemessen werden kann rechtfertigt die Bezeichnung „Multisensorik“: Die mechanischen Kräfte und der Verschleißzustand lassen sich mit einem Sensorelement elektrisch messen und auswerten.

Als kombinierbare Messgrößen stehen im Fokus: Druck, Temperatur, Leitwert, Strömung, Durchfluss - sowohl in Gasen wie auch in Flüssigkeiten. Aber auch andere physikalische Größen sind denkbar.

Aufgrund der Vielzahl der möglichen Kombinationen werden Multisensoren selten Einzug in das Standard-Produktportfolio finden, sondern leben von den individuellen Anforderungen der Kunden.